Verlegung von Glasfaser in Deutschland, gerade eben anders…..

Mittwoch 6 März 2019

Mit seiner langjährigen Erfahrung im Contracting ist Jon Pijnacker (Geschäftsführer der Fiber4all GmbH) ein bekannter Name in der Welt der Glasfaserinfrastruktur. Von Schuuring und Fiber4all aus hat er mehrere niederländische FttX-Projekte realisiert. Seit einigen Jahren ist Jon in Deutschland bei der Fiber4all GmbH tätig. Dies ist ein sehr vielfältiges Arbeitsfeld. Vom Ausbau von FttH-Projekten in Dörfern bis hin zur Verlegung von Backbone-Trassen zu mobilen Maststandorten (Fiber to the Site). Inzwischen haben wir 2.500 FTTH-Anschlüsse in Deutschland realisiert und für 2015 sind 8.000 Wohnungen geplant. Wir fragten Jon, was anders ist, wenn es darum geht, Glasfaser bei unseren Nachbarn über die Grenze zu verlegen.

„Es ist gerade eben anders. Sie sehen, dass viele Projekte auf der Grundlage von „Success Based“ durchgeführt werden. Nicht jeder bekommt so einfach einen Glasfaseranschluss. Häufig erhalten Sie nur dann eine Verbindung, wenn Sie auch Dienstleistungen erwerben. Deutschland ist auch an eine andere Verlegeweise gewöhnt. Wir in den Niederlanden arbeiten häufig mit einer Mischung aus direkt vergrabenen Kanälen und Glasfaserkabeln. In Deutschland ist es üblich, zunächst leere Kanäle zu verlegen, die möglicherweise mit Minikanälen gefüllt sind, und dann später Glasfaserkabel in diese Kanäle einzulassen.“

 

„Ein weiterer großer Unterschied zu Deutschland ist die Arbeitsweise. Wir können also noch viel voneinander lernen. Man bezeichnet deutsche Unternehmen oft als Qualitätsunternehmen. Niederländische Unternehmen sind eher innovativ und flexibel, sagt Jon.“ „In den Niederlanden sind wir um einiges kreativer. In Deutschland beispielsweise muss beim Ausheben von Trassen der Sand zunächst zu einem Depot transportiert werden. Das bedeutet, dass man für die Ausführung der Arbeiten mehr Ausrüstung benötigt. Auf diese Weise kommt es zu unnötigen zusätzlichen Transporten. Außerdem sind die Trassen durch große durchgehende Zäune verschlossen. Das Vorgehen in Deutschland führt zu längeren Durchlaufzeiten und ist wesentlich teurer in der Konstruktion. Von unserer niederländischen Erfahrung, unseren Innovationen in der Verlegung lassen wir unsere deutschen Kunden profitieren. Letztendlich wird der Endverbraucher von einem schnelleren Ausbau der Glasfaserinfrastruktur profitieren.

 

Im Auftrag der Deutschen Glasfaser wurden in einem aktuellen FttH-Projekt in Itzstedt die unterirdischen Verteilungspunkte von Attema genutzt. In Deutschland gibt es viele asphaltierte Gehwege.“ Wenn ein Bewohner zu einem späteren Zeitpunkt beschließt, einen Anschluss zu wünschen, muss der Asphalt wieder aufgesägt werden“, sagt Jon. „Nur so erreichen Sie den unterirdischen Verteilungspunkt (Schweißpunkt). Attema entwickelt mittlerweile eine schöne Lösung – einen oberirdischen Straßenschrank. Die Demo sieht vielversprechend aus und wir werden gerne im nächsten Projekt damit arbeiten. Es erleichtert uns die Arbeit und natürlich sind die Bewohner und die Gemeinde auch erfreut darüber, dass die Straße nicht ein zweites Mal geöffnet werden muss.“

 

Laut Jon hat ein oberirdischer Straßenschrank keine Qualitätseinbußen zur Folge. „Sie arbeiten mit einem Produkt, bei dem die Spleißbox sowohl unter- als auch oberirdisch einsetzbar ist. Attema liefert ein Gesamtprodukt, in das viele Produktentwicklungen integriert sind. Das Ergebnis ist eine Lösung, die unter vielen Bedingungen eingesetzt werden kann.“

 

Jon schneidet auch die Intelligenz der Komponenten an. „In den Niederlanden wird viel vorgefertigt und wir nehmen diese Art von Komponenten mit nach Deutschland. Hierdurch werden Arbeitszeit eingespart und die Fehlerquote gesenkt. Wir setzen auf „alles auf einmal gut.“ Dabei helfen intelligente Produkte wie der Verteilerpunkt von Attema. Man könnte beinahe sagen, dass es niemals schief gehen kann, aber das stimmt natürlich so nicht. Es handelt sich immer noch um menschliche Arbeit. Der Verteilerpunkt sorgt jedoch dafür, dass möglichst wenige Knicke am Kabel entstehen. Attema beschreibt ausführlich, wie die einzelnen Produkte zu verwenden sind. Außerdem besteht eine Unabhängigkeit von Lieferanten. Es können Komponenten für jeden Lieferanten geliefert werden. Das ist die Stärke von Attema.“